Donnerstag, 14. November 2013

Hilfe ich werde 40 und es tut sich was - ich habe einen Anderen


So langsam tut sich was … in mir wird der Ruf nach Veränderung wach. Es fühlt sich an, als wäre um mich herum alles zu klein … ich glaube, ich habe ich einen Kleinstadt-Blues oder ist es doch doch nur eine herbstliche Verstimmung?

Ne, ne irgendwie ist was … endlich … ich dachte schon, ich werde gar nicht 40.

Ok, ich beobachte jede kleinste Regung in mir auch genaustens unter der Lupe. Das bin ich euch schließlich schuldig ;-).

Aber trotzdem es ist ja da … und je mehr ich darauf konzentriere, desto stärker wird es.. (klar, das Gesetz der Aufmerksamkeit (Pink-Thinker Buch).

Ach was soll das drum herum Geschreibe. Es ist wahr. Alle Gerüchte stimmen:




Ich habe eine Affaire.

Nun ist es raus.

Ja ich habe einen anderen (Ort).

So oft ich kann, bin ich dort. Ich kann es kaum erwarten hinzukommen.

Hier ist alles so öde und eingefahren. So langweilig und kleinkariert im Denken.

Ich hasse das Gefühl, das diese Stadt alles über mich weiß. Früher fand ich das toll. Jetzt fängt es an, mich zu nerven.

Dieses Kleine, dieses Eingegrenzte … ich finde es … ermüdend, lahm und es gibt mir derzeit keine Sicherheit, sondern das Gefühl hier ganz schnell weg zu müssen.

Deshalb fahre ich im Moment, so oft es geht zum Anderen. Ein Ort, der mir größer und moderner vorkommt. Hipper und der offener ist. Einer, der mich besser versteht. Der mich so nimmt, wie ich bin.

Und zwischendurch erwische ich mich dann dabei, wie ich meiner eigenen Stadt doch wieder eine innere Liebeserklärung mache. Ich fahre durch den Hafen mit seinem unverwechselbaren Neuss Duft und beginne zu schmunzeln, denn ich weiß, das gibt es nur hier.

Ich gehe in die alten Discos (heute Clubs) dieser Stadt und sehe die Leute, die ich seit Jahren sehe und wenn ich aus dem Club komme, atme ich die Nacht meiner Stadt ein und finde mich wieder, in dieser wohligen Zufriedenheit.

Doch unsere Beziehung ist trotzdem in die Jahre gekommen. Es sind nicht so sehr ihre Eigenarten, die mich nerven, sondern die Merkwürdigkeiten, die sie hervorbringt. Die Kuriosität des Klüngels. Diese Art alles zu bewerten.

Beim anderen ist alles anders. Da geht einfach jeder seinen Weg, jeder ist, wie er ist und je schrulliger desto besser.

Doch da sind ja noch die Kinder, da geht man nicht so einfach ganz. Noch hält meine Stadt mich fest im Griff. In ihrem starken Armen und der Geruch, der mir so vertraut ist. Das Gefühl, das wir uns in und auswendig kennen. Das alles hält mich noch.

Vielleicht ist es wie mit alten Ehen, irgendwie ist man ja immer verbunden. Die ganzen Jahre kann man nicht so einfach wegwischen. Die Erinnerungen werden bleiben, und immer, wenn man sich an Festtagen sieht, wird man vielleicht ein wenig wehmütig denken: Es war doch eine schöne Zeit.

Im Moment schwanke ich noch zwischen: Um unsere Beziehung kämpfen oder gehen. Zu meinem anderen (Ort) und der macht es mir schwer.

Ständig neue Einladungen zu tollen Events und aufregenden Erlebnissen. Diese Atemlosigkeit. Er wischt sie einfach weg meine Müdigkeit, den Alltagstrott. Bei ihm bin ich wach und sprudele nur so vor Ideen. Aber bei ihm ist bisher auch noch nie richtig Alltag gewesen. Reizen würde es mich ja schon.

Es ist aber auch so, dass ich noch nach anderen schaue. Ich habe da einen kennengelernt. Es wird eine Fernbeziehung werden. Aber er ist so interessant. Sex and the City pur und mit Doppelnamen. Er spricht so viele Sprachen aber wir können uns verständigen. Er hat mich eingeladen auf ein Projekt. ;-).

Sollte ich jetzt mit fast 40 doch ausbrechen und aufbrechen wollen? Oder ist es einfach so, dass man weltfraulicher wird? Bin ich demnächst in vielen Betten dieser Welt unterwegs?

Solle man sich ab und wann eine Affaire gönnen, um wieder zu wissen, wie schön es Zuhause ist?

                                                                              

Eure

Michaela Röder

(Buchautorin, Beziehungscoach, 39, aus Neuss, gut erhalten, Verliebt in Berlin - mit Blick auf Big Apple …)

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