Mittwoch, 29. April 2015

Warum bleiben Frauen so oft beim "falschen" Mann?

Hallo ihr Liebenden...

in der letzten Woche hatte ich eine interessante Begegnung mit einer Frau, die seit 25 Jahren darauf "wartet", dass ihr "Mann" seine Ehefrau verlässt. 

Wer nun glaubt, es handelt sich um ein verzweifeltes Wesen, eine dieser Frauen aus den alten Filmen, verbittert und auf der Suche nach sich selbst und der großen Liebe, der irrt. 
Diese Frau ist eine Ärztin mit eigener Praxis und hochangesehen unter Kollegen. Sie hat viele Freunde und von Langeweile oder Einsamkeit, kann hier keine Rede sein. Zudem hat sie ihre große Liebe ja längst gefunden. Nur eben das diese große Liebe noch verheiratet ist.

Trotzdem leidet sie unter der Situation. Diese Begegnung hat mich zu der Frage gebracht:

Warum bleiben Frauen so oft beim "falschen" Mann?
Warum tun Frauen sich so etwas an? 
Wie halten Frauen solch eine Situation über Jahre aus?

Die Antwort ist einfach:

Weil Frauen Meisterinnen sind im Selbstbetrug.

Frauen idealisieren. 
Das ist in uns. 
Das ist die Genetik. 
Wir brauchen die Idealisierung. 

Sonst würden wir wahrscheinlich nicht ein Kind bekommen wollen und ganz sicher kein Zweites.

Wenn wir der Logik den Zuschlag geben würden, müssten wir uns eingestehen, dass wir Schlaf lieben, dass es uns genau nicht egal ist, was mit unserer Figur und Ehe passiert wenn wir Kinder bekommen und nein, das Lächeln eines Babys, so bezaubernd es auch sein mag, lindert nicht den Schmerz über den Verlust der so lange getragenen und geliebten aber nun mit Karottensaft vollgekotzten Seidenbluse. 

Nicht wirklich tröstet dieses unsagbar bezaubernde Lächeln über all die Qualen hinweg aber wir idealisieren. 

Und: wir analysieren - zugunsten des kleinen, hilflosen Wesens und wir finden Erklärungen um uns selbst zu beruhigen und nicht auszurasten.

Dieses Vergessen des Schlimmen und das Idealisieren des Normalen, bis hin zur kompletten gedanklichen und imaginären Restauration, einer baufälligen bis abrissreifen Situation, sind wir zu allem in der Lage.

Das ist gut so wenn es um Kinder geht. 
Das hat die Evolution so eingerichtet, damit wir nicht nach der dritten Woche Zahnen Selbstmord begehen.

Leider benutzen wir Frauen unser Idealisierungs-Gen, gerne auch als Waffe gegen uns selbst.

Da wird aus einem Pleitegeier eben mal schnell ein wundervoller, kerniger (unrasiert) Mann, dem eben andere Werte wichtiger sind, als Geld (passt ja gut, wenn er keins hat). Jemand, der aus dem Hamsterrad frühzeitig ausgestiegen ist und sich nicht instrumentalisieren lässt für das System (er hat nach dem Studium noch nie gearbeitet).

Da wird aus dem verheirateten, untreuen Liebhaber mal eben ein fürsorglicher Held, der eben sehr emotional ist und deshalb niemandem wehtun kann (er traut sich nicht seine Frau zu verlassen oder hat es nie vorgehabt).

Da wird aus dem Mann der nie von selbst anruft und auch nie gemeinsame Unternehmungen vorschlägt, aber wenn er dich schon mal dran hat nach einem Sexdate fragt, eben ein zurückhaltender, vorsichtiger Typ, der eben nicht gerne stören oder aufdringlich wirken will.


Zum Glück haben wir unser Idealisierungs-Gen und zum Glück, können wir merken, wenn wir uns Dinge schön reden. 

Das Gute ist, dass wir "helle" Momente haben. Zeiten in denen unser Gen, aus irgendwelchen Gründen, nicht wirkt oder noch nicht wirkt. So haben wir meist zu Anfang schon eine sehr klare Einschätzung des Gegenübers. Ich glaube sogar, dass wenn wir nicht merken würden dass er nicht gut ist, sich das Gen nicht aktivieren würde. 

Zum Glück, können wir, wenn wir uns selbst als Selbstbetrüger enttarnt haben, die Situation klar bewerten und dann anfangen die Dinge zu tun, die wirklich helfen um den Helden in einen Helden zu „verwandeln“. 

Das alles ist nur ein Spiel von Aktion-Reaktion. Andere Aktion, andere Reaktion. Vorwärts wie Rückwärts.

Abgesehen davon, dass man sich an manchen Kandidaten sowieso gar nicht vergreifen sollte, frau es aber manchmal nicht verhindern kann, sollten wir uns diese Idealisierung trotzdem als Notlösung im Gepäck behalten - denn eins ist klar: Die beste Ehe kann ohne dieses Gen nicht funktionieren oder warum sonst, sagen wir, wenn der Pfarrer uns fragt: 

„Ja, mit Gottes Hilfe?“ 
Weil wir sie brauchen, meine Damen. Weil wir sie brauchen. 

(Stichwort: Schwiegermütter, Socken und andere Gemeinheiten.)

Eure

Michaela Röder

Beziehungscoach und Autorin für L(i)ebe(n)sGlück

www.michaela-roeder.de


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